
Sehen, schreiben und lesen lernen
Lerne die Felder, notiere deine Züge, denke ohne Brett. Mit kurzen Übungen pro Tag wirst du sicherer im Lesen von Partien und schneller in der Variantenberechnung.
Koordinaten und Notation meistern – warum ist das so wichtig? Und wie trainieren wir die Visualisierung?
Lerne die Koordinaten und schreibe Züge richtig auf — das macht dich unabhängiger. Du kannst Ideen mit anderen teilen, Schachbücher viel praktischer nutzen und Stellungen im Kopf durchspielen, auch wenn kein Computer oder Brett zur Hand ist.
Appell an lernenden Spieler:
Lernt die Feldernamen (Koordinaten)
– und wie man Züge notiert.
Das sollte eine Selbstverständlichkeit werden und hilft uns dabei,
– besser mit anderen über Schachideen zu kommunizieren
– Schachtexte zu lesen, besonders wenn sie konkrete Züge behandeln
– Schachstellungen und Ideen zu visualisieren
– Ideen in Notizen zu speichern, wenn kein Computer oder Telefon zur Hand ist
– Muster schneller zu erkennen
„Äh…was sagtest Du gerade?“
Meine Schüler können die Felder oft nicht korrekt benennen. Man hört sie selten Dinge sagen wie: „War es Steinitz, der das Nb1‑d2‑f1‑g3‑Manöver in 1.e4 e5‑Stellungen erfunden hat?“ Oder: „Ich weiß nicht, wann diese Nf6-h5‑f4‑Idee in der Bajonettvariante des Königsinders unangebracht ist.“
Es gibt ein Buch für Trainer von U10‑Auswahlspielern (Link) Gleich zu Beginn wird ein Notationstest vorgestellt. Bestehen die Kinder den Test nicht, müssen sie sich zunächst auf den Hosenboden setzen, das Versäumte nachholen und können erst danach mit dem Training beginnen.
Ein paar Tipps, um die Sache in Schwung zu bringen:
Koordinatentrainer
Sehr praktisch, um da mal ein paar Schritte nach vorn zu machen.
In diesem Video lernst Du, wie man mit dieser tollen und gleichzeitig einfachen Webb-App trainiert.
Loose-Piece-O-Tron: Hinschauen und finden!
→ https://tailuge.github.io/chess-o-tron/html/loose-piece-o-tron.html
Diese Web‑App zeigt Stellungen, und du sollst unter Zeitdruck alle Figuren und Bauern anklicken, die nicht gedeckt sind.
Das Kriterium ist streng: ungedeckt. Ist eine Dame zum Beispiel von einem Springer angegriffen, aber von einem Bauern gedeckt, gilt sie technisch gesehen als gedeckt. Zwar oft unzureichend, aber sie zählt nicht als ungedeckt. Also: Augen auf und los geht’s!
Chess Memory
Schachbücher lesen, Stappenreihe Stufe 2+3 „Vorausdenken“


In diesem Video sehen wir, wie diese Stappenhefte funktionieren und wo es die Lösungen gibt und wie das „Vorausdenken“-Konzept die Visualisierung trainiert.
Als ich später in der Liga spielte, setzte ich mich mit meinem Gegner zusammen und wir sprachen über die Partie und diskutierten einige Linien. Nur einmal mussten wir die Figuren aufstellen, und wir waren uns beide einig, dass diese Linie für uns viel zu kompliziert war, sodass wir später das Orakel befragen sollten. Aber es war sehr schön und mühelos für uns, über die Momente und kritischen Linien zu sprechen. Der kritische Moment, den er später mit dem Telefon überprüfte, war die Option …Nxd3.

Wir beide waren uns im Gespräch schnell darüber einig, dass uns die Berechnung überfordern würde, aber es sähe nicht schlecht für Schwarz aus. Die genaue Berechnung überließen wir dann später dem Telefon.
Bessere Orientierung in Schachbüchern

Auch wenn man vermeintlich einfache Abspiele mag, sollte man in der Lage sein, typische Felder und Manöver zu benennen. London‑Spieler sollten zum Beispiel die Lieblingsfelder ihrer Figuren nennen können: manchmal steht der Läufer auf Be2, manchmal geht er nach d3, die Dame landet gelegentlich auf f3, kombiniert mit einem Springer auf e5. Manchmal antwortet man auf …h6 mit h4.
Typische schwarze Manöver lassen sich ebenfalls benennen, etwa b6 zusammen mit Bd6/Qc7 und dem Springerlauf Nf6‑e4‑d6‑f5 oder Nb8‑d7‑f6, wenn Weiß mit f2‑f4 spielt, wie im Stonewall. Mit Übung dringt man tiefer in diese Muster ein. Du wirst merken, dass es mit der Zeit leichter wird und du automatisch tiefer verstehst.
Video von GM Smirnov: Visualization Training
Ein paar coole Tricks vom Großmeister zum Thema Visualisieren:
Sehen, schreiben, lesen – das sind keine Nebenfähigkeiten im Schach, sondern Zugangsformen zum Denken. Wer diese Fähigkeiten schätzt, spielt besser, kommuniziert klarer, liest flüssiger, ordnet schneller ein und erinnert sich leichter.
